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Dienstag, 23. Juni 2026

Mülleimer in Köln mit flotten Sprüchen

Ab und an fahren wir nach Köln zum Bummeln oder auch ins Theater. Meist mit der S-Bahn, ab und an auch mit dem Auto. Ich fahre gerne nach Köln, ich mag die Stadt, bin aber auch immer wieder glücklich, wenn ich nach dem Ausflug wieder die trubelige Stadt verlasse und nach Hause fahre. 

Fotomotive finde ich in Köln immer, egal, wo ich hergehe. Manchmal sind es tolle Türen, dann große oder kleine Graffiti, diverse Schilder, hübsche Häuser, blühende Blumen, in meinen Augen "Lustiges, Interessantes" oder wie in diesem Fall Mülleimer. 

Auf die Idee auch mal Mülleimer zu fotografieren kam ich, weil mir etwas auffiel. Die Kölner Mülleimer mitten in der City haben lustige Aufkleber mit kölschen Sprüchen. Find ich richtig gut. Vielleicht landet dann mehr im Mülleimer statt daneben. Und schon hatte ich etliche Fotos geschossen. Die Kölner AWB (Abfallwirtschaftsbetriebe) hatte diese Aufkleber wohl neuerdings aufgeklebt, sie waren mir vorher nie aufgefallen. Eigentlich fehlte noch der Spruch "orange trägt nur die Müllabfuhr. . .", weil die Kleidung der Kehrmännchen (wie man die Müllmänner in Köln liebevoll nennt) ist immer orange.

Schon in Berlin hatte ich 2020 Mülleimer fotografiert. Auch dort hatten sie lustige Aufkleber.

Und das war die Ausbeute in Köln:


"brauchen wir nicht, weg damit"



"Kölle Alaaf!"
25v Jahre AWB - wir tun es für euch


"fix aufgeräumt"


"Hui, hoppla, der Dreck ist weg"



Küssen, kehren, tanzen



"Dreckshütte, Rumpelkammer"



"wir schauen was da kommt!"



"Restekiste" oder Mülleimer



"macht euch frei!"



"ich bin da, Jahr für Jahr", also immer


Immer ein Erlebnis - der Blick auf den Kölner Dom
Manchmal sprechen die Kölner auch vom "kleinen Bahnhofskapellchen - gegenüber von McD" . . . 



Dienstag, 16. Dezember 2025

Nasenschilder in Schwaben

Jetzt ist zwar Dezember und alles dreht sich um Weihnachten. Aber vielleicht habt ihr Lust auf einen sonnigen Ausflug ins Schwabenländle, das war vor Jahren mal unsere "alte Heimat".

Beim Spaziergang durch die hübschen Orte habe ich wieder einige Nasenschilder fotografiert. Über Nasenschilder hatte ich letztes Jahr schon einen Blogbeitrag geschrieben. Wir hatten einige Nasenschilder in Hann. - Münden fotografiert. Gerade in Altstädten sieht man sie noch vielfach. Jedes ist auf seine Art hübsch und eh man sich versieht, hat man wieder etliche im Kasten.

Aber was sind eigentlich Nasenschilder? Wikipedia sagt folgendes dazu:

Erläuterung der Nasenschilder bei Wikipedia: Seit dem Mittelalter wiesen die Gasthäuser die Passanten mit einem über der Tür aufgehängten Blätterkranz auf ihre Funktion hin. Im deutschsprachigen Raum wurden Nasenschilder oft von Schmieden mit erheblichem kunsthandwerklichem Aufwand aus Eisen hergestellt. Auf das beworbene Handwerk oder das Angebot eines Kaufmannes wird nicht mit Text, sondern mit Bildzeichen – zum Beispiel Zunftzeichen – aufmerksam gemacht. In vielen Städten war die Anbringung eines solchen Zeichens von einer Genehmigung der Zunft oder des Rats abhängig. 

Gastwirtschaften mit traditionellen Namen wie „Zum Hirsch“, „Zum Bären“ oder „Zur Post“ machten und machen ebenfalls mit einer bildlichen Repräsentation ihres Namens auf sich aufmerksam. 

Auch noch in der Zeit, in der Emailleschilder modern wurden, wurden weiterhin Nasenschilder als Werbeträger eingesetzt. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebten die traditionellen Nasenschilder jedoch vielerorts eine zunehmende Verdrängung durch gemalte Ladenschilder und schließlich, seit dem 20. Jahrhundert, durch Leuchtreklamen. Gleichzeitig setzte jedoch das historische Interesse an ihnen ein und sie wurden von interessierten Sammlern und Museen erworben. Auch die Denkmalpflege kümmert sich um den Erhalt bzw. die Wiederherstellung historischer Nasenschilder.


So hatten wir jetzt in Rottweil, Horb am Neckar und auch in Villingen-Schwenningen einige schöne, prächtige und sehr alte Nasaenschilder gesehen und fotografiert. Schaut mal, was ich alles entdeckt habe. Ich hoffe, ich habe die Schilder und Orte richtig zugeordnet. Man kann da schon mal durcheinander kommen  . . .


Nasenschild eines Juweliers und Uhrmachers in Rottweil




N
Nasenschilder in Oberndorf (oben links) und aus Rottweil (oben rechts)
unten Horb/Neckar



schöne Nasenschilder in Rottweil



Rottweil



Rottweil



links: Villingen/Schwenningen, die beiden anderen sind in Königsfeld



Freitag, 31. Oktober 2025

"Alltagsmenschen" in Oberkirch

Immer wieder fahren wir sehr gerne in den schönen Schwarzwald. Nicht nur zum Wandern oder relaxen, nein, wir besuchen auch gerne hübsche Orte. Und die gibt es oft mehr als man denkt.

So zieht es uns immer auch nach Oberkirch. Dieses hübsche Städtchen in der Ortenau ist immer einen Ausflug und Besuch wert. Die gemütliche Altstadt hat hübsche Ecken und nicht nur in der Fußgängerzone gibt es überall nette Läden, hübsche Cafés und Restaurants, die zum Verweilen einladen. Genug Fotomotive findet man auch, sodaß man immer wieder Neues entdecken kann.

Dieses Jahr waren wir mehr als erfreut, dass nicht nur das Wetter passte, sondern dass in der ganzen Stadt "Alltagsmenschen" ausgestellt waren. Die von Christel und Laura Lechner hergestellten und ausgestellten Figuren bereichern das Stadtbild ungemein. An etlichen Punkten der Stadt waren sie platziert. Immer von vielen, fröhlichen Menschen umringt, die vor Freude strahlten und sich mit ihnen ablichten ließen. Eine wunderbare Idee. Auch wir hatten immer ein Lächeln im Gesicht, wenn wir die Figurengruppen und auch die Menschen drumherum sahen und beobachteten.

Wir hatten schon im Frühjahr 2024 in Valkenburg/NL einige #Alltagsmenschen gesehen und fanden sie damals schon ganz großartig. Und nun erfreuten sie uns in Oberkirch.

So haben wir beim Rundgang durch das Städtchen natürlich auch sämtliche Figuren besucht und natürlich auch fotografiert. Leider bleiben die Alltagsmenschen nur bis zum 11. November 2025 in Oberkirch. Danach wandern sie weiter und werden bestimmt woanders aufgestellt. Eine Dauerausstellung gibt es z.B. auf Sylt, weitere Infos finden man ~ hier ~.

Nun wünsche ich euch viel Spaß mit den "Alltagsmenschen". Unter jedes Foto habe ich den Namen der Gruppe aufgeschrieben. 


* dieser Beitrag kann +++WERBUNG ohne Auftrag+++ enthalten (Namensnennung und/oder Verlinkung


#Couzone




#Badender



#Denker




#Duscher




#Duscher




#Einkaufsfrauen




#Ernst des Lebens




#Friseurdamen




#Friseurdamen




#Fußballer




#Grazien




#der Narr




#der Narr




#Nonnen




#Opas auf der Bank




#Sitzende




#Sylter Paar




#Tafel




#Tafel




#Waschfrauen



#Springerin



Diese Tafel zeigt sämtliche Standorte der Figuren in Oberkirch.




Freitag, 13. Juni 2025

knusprige Strauben nach Südtiroler Rezept

Dieses Jahr waren wir seid langem mal wieder in Südtirol. Wir lieben das Land und die Menschen dort schon seit Anfang der 1980er Jahre. Damals fuhren wir meist in die Dolomiten nach Tiers, Sexten, das Ahrntal und vor allem nach Villnöß. Es waren immer wunderschöne Ferientage mit schönen Wanderungen hoch oben im Gebirge und Spaziergängen durch die hübschen Ortschaften. Wir haben immer sehr viel gesehen, erlebt und auch die Küche Südtirols kennen- und liebengelernt. 

So auch die Strauben. Sie werden gerne auf Volksfesten und an kirchlichen Feiertagen gegessen. Der fluffige Teig wird durch einen Straubentrichter in heißes Öl gegossen und ausgebacken. Heraus kommt ein tellergroßes, knuspriges Gebäck, das mit Puderzucker bestäubt wird. Man isst es aus der Hand. Im Lokal werden die Strauben oft auch mit Preiselbeerkompott serviert. Das schmeckt uns besonders gut.

Dieses Jahr waren wir aber in Lana im Burggrafenamt. Meran, Dorf Tirol, der Vinschgau und das Etschtal mit vielen Sehenswürdigkeiten liegt direkt vor der Tür. Es gab wie immer viel Neues zu entdecken. 

Besonders hatte ich mich gefreut, dass wir auf einer unserer Wanderungen in einer Burgschenke Strauben bekamen. Die waren so lecker und für mich stand sofort fest, nun ist es an der Zeit, diese zu Hause nachzubacken. Was soll ich sagen, sie sind Spitze geworden. Sie schmeckten so wie in Südtirol. 

Solltet ihr etwas Zeit und Muße haben, dann backt auch mal Strauben. Der Teig ist schnell angerührt und auch recht schnell ausgebacken. Die Teigmenge hier reicht für etliche Strauben in Kuchentellergröße.



Sehen die Strauben nicht perfekt aus? Ich war ganz begeistert. 

. . . und das waren die Strauben in Südtirol:

Das war die Portion Strauben mit Preiselbeerkompott (und Radler), die ich in der Burgschenke von Burg Hocheppan gegessen habe. Sie waren lauwarm, schön knusprig und sehr lecker. 


knusprige Stauben nach Südtiroler Rezept

  • 2 Eischnee, Gr. L
  • 1 Prise Salz

  • 200 g Dinkelmehl 630er
  • 1/4 Teelöffel Backpulver

  • 250 ml lauwarme Milch
  • 1 große  Prise Vanillesalz 
  • 1 Teelöffel Vanillezucker
  • 2 Stich Butter
  • 2 cl Rum *
  • 2 Eigelb, Gr. L

  • neutrales Öl zum Ausbacken
  • Puderzucker
  • Preiselbeerkompott


Das Eiweiß mit der Prise Salz steif schlagen. Das Mehl mit dem Backpulver vermischen.

Die Milch erwärmen, das Salz und den Zucker dazu geben und die Butter darin schmelzen lassen. Das Eigelb und den Rum hineinrühren.

Die lauwarme Flüssigkeit nach und nach in das Mehl geben und mit dem Mixer alles zu einem glatten Teig rühren.

Den Teig etwas ruhen lassen. In der Zwischenzeit das Öl in einem Wok auf ca. 175°C erhitzen. 

Mein Tipp: zum Frittieren nehme ich gerne meinen Wok, weil der Wok sich nach oben hin erweitert und man dadurch nicht so viel Öl benötigt.

Wenn das Öl die Temperatur erreicht hat, dann wird der Eischnee noch unter den Teig gezogen. Alles gut mischen und den dickflüssig Teig in eine Spritzflasche (mit ca. 3mm dicker Lochtülle) einfüllen. 

Den Teig kreisförmig, zügig und mit wildem Muster in das heiße Öl laufen lassen. Ist die Unterseite schön golden, dann die Straube wenden und auf der zweiten Seite ebenso goldbraun-knusprig ausbacken.

Die Straube mit einem Schaumlöffel oder Zange aus dem Öl nehmen, auf Küchenkrepp abtropfen lassen und sofort mit Puderzucker bestäuben. Mit Preiselbeerkompott servieren.

* Wer Sorge wegen des Alkohols hat, den kann ich beruhigen. Den Schnaps bemerkt man nicht, er wird aber wegen der Triebkraft benötigt. Alkohol verdampft ab ca. 78°C und das Gebäck wird dadurch lockerer. Die Strauben werden bei 175°C gebacken, da sollte dann nach dem Ausbacken kein Alkohol mehr im Gebäck sein.


Hier sieht man schön, wie die Strauben im Wok gebacken wurden. Den Teig einfließen lassen und beidseitig ausbacken. Fertig. Dann noch mit Puderzucker bestäuben und schon kann geschlemmt werden.


 




Burg Hocheppan


* zu den Strauben, die ich auf Burg Hocheppan in der Burgschenke gegessen habe, gibt es noch eine kleine Geschichte:

Es ging um das dazu bestellte Besteck. Wir waren sehr verwundert. Natürlich wusste ich, dass man Strauben ohne Besteck isst. Sie wurden auch ohne Besteck serviert, was auch in der Karte stand. Aber ich bestellte eine Gabel dazu. Ich mochte bei dem vielen Puderzucker und dem Kompott das Gericht nicht mit den Fingern essen. Wie konnte ich nur eine Gabel verlangen. Widerwillig und nach einiger Diskussion mit der Bedienung bekam ich mit rollenden Augen dann doch meine verlangte Gabel. . .  Ein Herr am Nebentisch meinte nur ganz laut, "also ich hätte mir auch eine Gabel dazu bestellt . . . " Dem Herrn galt mein Dank und auch er wunderte sich über die eigenwillige Bedienung.














Auf dem Drei - Burgen - Weg, und natürlich auch von Hocheppan aus, hat man wunderbare Ausblicke auf das Etschtal und Bozen, im Hintergrund ist der Schlern mit in der Nacht gefallenem Schnee zu sehen.


👇👇👇

Ein paar Südtiroler Rezepte hätte ich noch für euch:

Tirtlen - eine Spezialität aus dem Ahrntal

Spinatknödel mit Brauner Butter und Parmesanspänen

Affogato al Caffe

Spitzbuben

Spinatspatzen mit Schinken - Sahnesößchen

Südtiroler Apfelstrudel 

Apfel - Schmarrn mit Preiselbeeren 





Samstag, 30. November 2024

Taralli pugliese und eine Rundreise durch Apulien

Anfang Oktober waren wir für eine Woche auf einer Rundreise in Italien. Apulien war unser Ziel. Vom Gargano, dem  Stiefelsporn Apuliens ging es bis zur Absatzspitze im Salento. Und als Highlight der Reise fuhren wir ins benachbarte Matera, das aber schon zur Basilikata gehört. 

Im Gargano besuchten wir Vieste, die hübsche Küstenstadt mit hunderten von Stufen und Treppen in der Altstadt und den Foresta Umbra. Ein wunderschöner, "schwarzer" Wald der von Buchen dominiert wird und der zum Glück unter Naturschutz steht. 

Auch der Ort Monte Sant' Angelo, hoch über der Adria gelegen, war beeindruckend. Die Grotten- und Wallfahrtskirche San Michele sowie ein normannisches Kastell sind recht eindrucksvoll. Am Ort des heutigen Monte Sant' Angelo erschien der Legende nach im Jahr 492 der Erzengel Michael den Hirten.

In Baris Altstadt haben wir gesehen, wie Orecchiette in einer Gasse hergestellt werden. Hier gab es viel zu sehen. Trani, ein ebenso hübsches Hafenstädtchen mit schöner Promenade und vielen Baudenkmälern haben wir auch besucht. Dann die Krone Apuliens, das "Castel del Monte". Dieses achteckige Gebäude ist ein Bauwerk aus der Zeit des Staufer­kaisers Friedrich II. und weithin sichtbar, da es auf einem Hügel liegt. Das Schloss wurde um 1250 errichtet und man weiß im Grunde bis heute nicht so richtig wofür es gebaut wurde und ob der Stauferkaiser es überhaupt besuchte.

Unsere Reise führte uns außerdem durch ausgedehnte Olivenhaine. Millionen Olivenbäume wachsen in Apulien, leider hat das Bakterium Xylella fastidiosa (dt. Feuerbakterium) viele Bäume befallen,  sie sterben letztlich durch Wassermangel. Etliche Bäume sind komplett zerstört und man sieht nur noch die toten Bäume. Das macht einen ganz traurig. Aber man ist dabei resistente Bäume zu züchten, die dann in ein paar Jahren die zerstörten Bäume ersetzen können.

Natürlich besuchten wir auch Alberobello, die Stadt der Trulli. Wie kleine Schlumpfhäuser stehen Trullo an Trullo und mehrere Trullo (das ist jeweils ein Raum) bilden ein Trulli. Alle erstrahlen in weiß und das Dach besteht aus Kalksteinplatten, die ohne Mörtel aufgeschichtet sind. Uns gefielen die Trulli sehr gut, ich fand sie ganz bezaubernd. Leider ist mittlerweile alles sehr touristisch aufgezogen und auch mehr als gut besucht.

In der Nähe besuchten wir neben einer Olivenmühle mit Verkostung noch das hübsche Städtchen Cisternino. Die Altstadt gehört zu den schönsten Altstädten Italiens. Aber nicht nur da hat es uns super gut gefallen, die "weiße Stadt" Ostuni, die auch von der Adria aus weithin sichtbar ist, hat ihren Flair. Genau wie Lecce, das Florenz des Südens. Die barocke Stadt ist in beigem Sandstein gehalten. 

Otranto an der Adria ist der östliche Punkt Apuliens. Bei gutem Wetter soll man sogar Albanien jenseits der Adria sehen können. Hauptanziehungspunkte der Stadt sind die Kathedrale Santa Annunziata mit wunderschönen Bodenmosaiken (1163–1165), die Festung Castello Aragonese sowie die kleine byzantinische Kirche San Pietro. Und die von einer mächtigen Stadtmauer umschlossene Altstadt ist im Sommer eine der Hauptattraktion. Ein wirklich sehr hübsches Städtchen. 

Am ionischen Meer beeindruckte uns Gallipoli. Die weitläufige Altstadt auf einer Insel ist fast ganz vom Meer umgeben und es macht sehr viel Spaß durch die vielen Gassen und Gässchen zu bummeln. 

An der Südspitze Apuliens,  im Salento, treffen die Adria und das ionische Meer aufeinander. Dort befindet sich der kleine Ort Santa Maria di Leuca. Ein Leuchtturm hoch über den Klippen weist den Seefahrern den Weg. Petrus soll hier bei seiner Reise nach Rom an Land gegangen sein und gepredigt haben. Dabei sei der Minerva-Tempel eingestürzt. Die Jungfrau Maria soll einigen Booten vor der Küste in Seenot geholfen haben, wonach „Santa Maria“ dem Namen Leuca vorangestellt wurde. Die Basilika Santa Maria de Finibus Terrae, ebenfalls auf dem Kap gelegen, wurde in ihrer jetzigen Form zwischen 1722 und 1755 erbaut und gedenkt des Heiligen Petrus.

Wie schon erwähnt, besuchten wir als letzte Station Matera. Bekannt geworden ist die Stadt mit ihren Höhlenwohnungen  hauptsächlich durch den letzten James Bond Film. 007 raste mit seinem Auto durch die engen Gassen und Sträßchen und alles sah sehr unwirklich aus. Aber die Kulisse ist echt. Auch der Film "die Passion Christi" - von und mit Mel Gibson - wurde dort gedreht und viele weitere Filme ebenso.

Matera ist schon seit der Jungsteinzeit bewohnt und zählt zu den ältesten Städten der Welt und wurde 251 vor Christus schon gegründet. In den Sassi, den Höhlenwohnungen, lebten jahrhundertelang die Menschen in teilweise katastrophalen Verhältnissen. Wasser wurde in Zisternen gesammelt, Toiletten gab es so gut wie nicht und in den Höhlenwohnungen war es dunkel und feucht. Die Kindersterblichkeit war sehr hoch und erst 1958 verließ die letzte Familie die Sassi.

Heute gehört Matera mit den Sassi zum Weltkulturerbe. Manche Höhlenwohnugen und auch Felsenkirchen kann man besichtigen und sogar ein Hotel gibt es in den Kalksteinfelsen. Matera ist ein magischer Ort, die Sonne schien vom dunkelblauen Himmel und beim Blick von den Aussichtspunkten am Rande der neueren Altstadt hinunter zu den Sassi di Matera konnte man sich nicht sattsehen. Leider ging die Zeit zu schnell vorbei, man hätte sich gerne noch so vieles genauer angeschaut.

Aber nicht nur hübsche, mittelalterliche Städte und Historische Orte haben wir besucht, das Kulinarische haben wir auch nicht außer Acht gelassen.

Folglich kein Urlaub ohne Leckereien. Einige dieser Leckereien Apuliens sind weltweit bekannt. Angefangen vom sehr guten Olivenöl, über hervorragende Rotweine, wie z.B. Primitivo oder Negroamaro bis hin zur Burrata, die in Andria "erfunden" wurde. Die Hauptstadt der Orecchiette Pasta ist Bari und "Taralli Pugliese" gibt es auch im ganzen  Land. Taralli sind kleine Teigkringel, die sehr knusprig und aromatisch sind. Entweder gibt es sie pur oder auch mit Kräutern und Gewürzen aromatisiert. Sie schmecken wunderbar zum Glas Wein und sind ein sehr leckeres Mitbringsel.  Wir hatten uns auch ein Päckchen mitgebracht und schon vor Ort stand für mich fest,  die werde ich versuchen nachzubacken.  Beim Surfen im WorldWideWeb fand ich auch mehrere Rezepte, ich habe mir meines nach meinem Gusto zusammengestellt. Das Ergebnis ist super geworden. Sie schmecken wie in Apulien und die Arbeit lohnt auf jeden Fall.

Ich hatte mich für die Naturvariante ohne jegliche Kräuter o.ä. entschieden. Die gekauften waren mit Kurkuma, Leinsamen und Chiasamen verfeinert. Sehr lecker, vor allem zum Gläschen Primitivo. Das nächste Mal werde ich etwas Rosmarin und vielleicht auch Thymian und Oregano oder Pfeffer ausprobieren.  



meine Taralli Pugliese "natur" ca. 40 Stück

  • 250 g Pastamehl 00er oder Weizenmehl Tipo 00 
  • 6 g feines Salz 
  • (Gewürze nach Geschmack: Fenchelsamen, Rosmarin, Pfeffer, Chiliflocken, . . . )

  • 70 ml natives Olivenöl
  • 100 ml Weißwein (Chardonney)
  •  
  • leise simmerndes Salzwasser

Das Mehl mit dem Salz gründlich mischen, dann das Öl und den Wein dazu gießen und alles gut verkneten. Die Küchenmaschine mit Knethaken hilft dabei sehr gut. Den Teig so lange kneten bis ein glatter Teig entstanden ist.

Den Teig eine halbe Stunde ruhen lasen. Dann den Teig stückweise zu bleistiftdünnen Rollen formen. Ca. 10cm lange Stücke abschneiden und die Enden zu einem Kringel zusammendrücken.

Den kompletten Teig zu solchen Kringeln formen. Einen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen, die Temperatur zurückdrehen, das Wasser soll nur leise köcheln. Die Taralli portionsweise in das köchelnde Wasser geben und so lange köcheln lassen, bis sie an die Oberfläche kommen.

Mit einem Schaumlöffel herausheben und zum Abtropfen auf ein Küchentuch legen. Ein Backblech mit Backpapier belegen, die Taralli darauf ausbreiten und den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Wenn alle Taralli vorgekocht sind und auf dem Backblech liegen, dieses mittig in den vorgeheizten Ofen schieben und die Taralli Pugliese ca. 30 - 35 Minuten backen. Alle 5 Minuten die Backofentür kurz öffnen, damit die feuchte Luft entweichen kann.

Die Taralli sind fertig, wenn sie golden gebräunt sind.

Anschließend die Taralli auf einem Kuchenrost abkühlen lassen und in einer gut schließenden Dose aufheben.

Sie schmecken sehr gut zu einem Glas Wein oder Bier.


Diese Tüte mit Taralli Rustici, die wir uns mitgebracht hatten, waren mit Kurkuma, Leinsamen und Chiasamen verfeinert. Sie sind sehr knusprig und würzig. 


Vom fertig gekneteten und gerollten Teig zu fertig gekochten Taralli, danach kommen sie aufs Backblech.



Die Taralli vor und nach dem Backen. Sie sind köstlich geworden und schmecken so wie in Apulien.

👇👇👇

Ein paar Impressionen aus unserem Urlaub in Apulien:


In der Altstadt von Bari

Die Herstellung der Orecchiette.



Das Castel Del Monte - die Krone Apuliens.



Im Foresta Umbra im Gargano.



Monte Sant' Angelo/ Gargano


Die Grotten- und Wallfahrtskirche San Michele in Monte Sant' Angelo.



Der Hafen von Trani.



Die Hafenstadt Vieste - am Stiefelsporn des Gargano.


Eine der vielen Treppen in Vieste. Diese hier ist ein bekanntes Instagram Motiv.



Trulli in Alberobello.


Cisternino - eine hübsche Altstadt, die auch prämiert ist.



Ostuni - die weiße Stadt


Ostuni


Eine der vielen Gassen in Gallipoli.


Gallipoli



"Mittagskonzert" in Gallipoli.




Lecce - eine der barocken Kirchen


Santa Maria di Leuca - der südlichste Zipfel Apuliens.


Ein Mosaik in Otranto.



Otranto, die östlichste Stadt Apuliens.


Matera - Weltkulturerbe und eine der ältesten Städte der Welt.


Matera



Modell einer Höhlenwohnung von Matera. Links war der Eingang. Von dort gelangte man in die Küche mit anschließendem Wohn-, Arbeits- und Schlafraum. Etwas tiefer gelegen wohnten die Tiere (Hühner, Ziegen und Schweine) und ganz rechts im Inneren des Berges war der Vorratsraum.