Sonntag, 3. Juli 2016

meine erste handgemachte (gesiedete) Seife

Ich hab da mal was wirklich Neues ausprobiert. . . dieses Mal ist es aber nix zu essen, obwohl Olivenöl, Rapsöl, Pflanzenfett und Kokosfett darin enthalten ist. Der geneigte Leser wird es in der Überschrift schon bemerkt haben, ich habe Seife gesiedet. Wir mögen sehr gerne handgesiedete Seifen und haben bisher immer Seifen gekauft. Aber das wollte ich nun ändern. Das war für mich eine wirkliche Premiere. Das hatte ich mir schon lange vorgenommen.  Aber zwischen Wunsch und Tat lagen jetzt doch einige Jahre. Letzten Montag war es aber dann soweit. Die ganzen Zutaten hatte ich mir so nach und nach schon besorgt, ein benötigtes Buch für Anfänger fand ich auch und so konnte es die Tage mit dem Seife sieden losgehen.

Wer sich also auch für das Seife sieden interessiert, der sollte sich vorher genauestens informieren und auch die entsprechende Literatur für Anfänger kaufen. Ich habe mir das  Buch "Seife sieden für Einsteiger" von Sandra Cramm, ISBN: 9-783732-285556, gekauft. Mit dem für Anfänger sehr geeignetem "25er Rezept" habe ich meine erste Seife gesiedet. Und in dem Buch stehen einige Anfängerrezepte drin und die genaue Herstellung wird gut beschrieben.  

Damit ihr aber wisst, was man so alles benötigt und wie der Herstellungsprozess vonstatten geht, habe ich den Vorgang unter den Fotos grob beschrieben.




für das Seife sieden benötigt man folgende Utensilien*:
  • ein alter, größerer Topf (kein Aluminium ) aus Edelstahl oder Emaille
  • Holz- oder Silikonlöffel zum Rühren 
  • 1 Liter Meßbecher aus Kunststoff (zum Anrühren der Lauge)
  • alter Löffel zum Rühren der Lauge
  • Einmal-Handschuhe
  • elektrische Waage zum Gramm genauen Abwiegen aller Zutaten
  • Schutzbrille 
  • Pürierstab (bitte nicht mehr für Lebensmittel benutzen, günstige neue gibt es schon für ca. 10€)
  • Schutzkittel oder altes Hemd/Bluse/Shirt zum Schutz der Kleidung
  • Silikon-Kastenform für den Seifenleim
  • Quarkbecher zum Abwiegen des Natriumhydroxid
  • Küchenrolle 
  • Essigwasser (zum Neutralisieren der Lauge, falls Spritzer irgendwo sind)
  • Zeitungspapier zum Abdecken der Arbeitsfläche
  • Silikon - Keksstempel (falls man die Seife auch stempeln möchte)
* sämtliche Utensilien, die für die Seifenherstellung benutzt werden, sollen nicht mehr für den Gebrauch mit Lebensmitteln verwendet werden. Vor allem nicht die Utensilien, die mit der Natronlauge in Verbindung kommen.


Nun die Zutaten für die erste Seife (das 25er Rezept**):
  • 25 % Olivenöl
  • 25 % Rapsöl
  • 25 % Kokosfett
  • 25 % Frittierfett

  • NaOH (Natriumhydroxid) aus der Apotheke
  • destilliertes Wasser
** das Rezept und die genaue Anleitung stammen aus dem Buch "Seife sieden für Einsteiger" von Sandra Cramm, 
ISBN: 9-783732-285556



das Arbeiten mit dem Natriumhydroxid bzw. der Natronlauge ist nicht ganz ungefährlich. Die Natronlauge kann bei unsachgemäßem Gebrauch schwere Verätzungen auf der Haut hervorrufen. Deswegen muss man einige Sicherheitsvorkehrungen treffen, die in dem Buch genau beschrieben sind. Vor allem darf man seine Nase nicht über die heiße Lauge halten, da die Dämpfe ätzend sind und die Nase bzw. Lunge schädigen können.
Aus diesem Grund möchte ich hier auch nicht genauer auf die Herstellung eingehen. Nur so viel, alle Zutaten müssen Gramm genau abgewogen werden. Die Fette werden geschmolzen, die Öle dazu gegeben, die Mischung lässt man handwarm abkühlen. In der Zwischenzeit wird die Natronlauge vorbereitet. Die benötigten Perlen/Pellets werden langsam und etappenweise in das Wasser gegeben und ganz vorsichtig darin aufgelöst. Dabei wird die Lauge sehr heiß und kann auch spritzen. Vorsicht! Wenn die Lauge auch handwarm ist, dann wird sie unter Rühren vorsichtig in die Fett-Öl-Mischung gegossen. Beide Mischungen sollen höchstens ca. 40°C warm sein. Mit dem Pürierstab wird alles gemixt, zwischendurch gerührt, wieder gemixt, bis alles die Konsistenz von dicklichem Pudding hat. Die Masse in die Silikonform füllen, mit Klarsichtfolie abdecken, vorsichtig zwischen ein Handtuch stellen und die Form 24 Std. stehen lassen. Nach einiger Zeit sieht man, dass die Seife in die "Gelphase" übergeht und die Form bzw. Seifenmasse recht heiß wird und sich die Farbe von der Mitte her verändert. Der Verseifungsprozess ist also voll im Gang. Nach 24 Std. ist die Seife fest, sie kann aus der Form genommen und geschnitten werden. Die Seifenscheiben können noch gestempelt werden. Dafür habe ich einen Keksstempel verwendet. Und nun muss ich Geduld haben, die Seife benötigt noch ca. 4 - 8 Wochen bis sie gebrauchsfertig ist. 

Ich bin schon sehr gespannt, wie sie schäumen und wie das Hautgefühl sein wird. Ich werde dann in einigen Wochen berichten. . . .


die frisch gestempelten Seifen


nun müssen die Seifen noch einige Wochen reifen


oben rechts die frisch eingefüllte Seifenmasse, darunter geht die Masse schon in die "Gelphase" über und erhitzt sich von der Mitte her.. Im Foto unten rechts ist die Gelphase schon fast bis in die Ecken gelangt. Sie kühlt dann  ab und wird wieder cremefarben. Unten links ist die fest gewordene Seife, die noch geschnitten werden musste. Im großen Foto die fertig geschnittenen und gestempelten Seifenstücke.


1 Kommentar:

  1. Sieht toll aus, hoffentlich hat sich die Arbeit gelohnt.

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